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Konzept Waldorfschule einfach erklärt | für Eltern & Schüler

Waldorf Schule Absolventen

Konzept Waldorfschule einfach erklärt

Das Konzept der Waldorfschule basiert auf der Pädagogik von Rudolf Steiner. Die Waldorfschule will die Kinder ihr ganzes Leben lang begleiten. Sie umfasst ein ganzheitliches, individuelles und kunstvolles Lernprogramm.

Das Ziel ist es, den Kindern ein liebevolles, wertschätzendes und inspirierendes Lernumfeld zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen und sich kreativ und kritisch entwickeln können.

Das Curriculum der Waldorfschule umfasst alle Bereiche des Lernens, von klassischen Fächern wie Mathematik, Kunst, Musik und Literatur über praktische Fächer wie Handwerk, Handarbeit, Gartenbau und Naturwissenschaften bis hin zu philosophischen und spirituellen Themen.

Der Unterricht findet in einer sogenannten “rhythmisierten Umgebung” statt, in der jeder Tag einem bestimmten Thema gewidmet ist. Diese Themen sind klar strukturiert und kombinieren verschiedene Fächer, so dass die Kinder ein umfassendes Verständnis des Themas erlangen und komplexe Probleme lösen können.

Ursprünge der Waldorfschule

Der Begründer der Waldorfschulen war Rudolf Steiner. Steiner war ein österreichischer Philosoph, Sozialreformer und Gründer der Anthroposophischen Gesellschaft. Im Jahr 1919 gründete er die erste Waldorfschule in Stuttgart, Deutschland. Die Waldorfschulen werden heute weltweit in mehr als 60 Ländern unterrichtet.

Wie findet der Unterricht an Waldorfschulen statt?

Der Unterricht an Waldorfschulen findet in einer sogenannten “rhythmisierten Umgebung” statt. Jeder Tag ist einem bestimmten Thema gewidmet, das die verschiedenen Fächer integriert. Der Unterricht ist so strukturiert, dass die Schüler ein umfassendes Verständnis des Themas erlangen und komplexe Probleme lösen können.

Der Unterricht wird durch künstlerische Aktivitäten wie Musik, Kunst oder Schauspiel ergänzt. Waldorf-Schulen sehen es als wichtig an, dass Kinder die Möglichkeit haben, ihr kreatives und spirituelles Potenzial zu entfalten. Sie versuchen, die Interessen der Schüler in allen Fächern zu fördern und zu unterstützen.

Was macht man im Schulfach Eurythmie?

Eurythmie ist ein Fach, das sich mit der Verbindung von Körper, Stimme und Bewegung befasst. Es ist eine Form der Kunsttherapie, die sich auf die Verbesserung der Körperwahrnehmung, des Bewusstseins und der Kreativität konzentriert. In Eurythmie wird Musik als Ausgangspunkt verwendet, und die Schüler lernen, sie durch Bewegungen auszudrücken. Dazu üben sie verschiedene Choreografien wie beispielsweise Walzer, Marsch und andere klassische Tänze.

Das Fach beinhaltet auch Atemübungen, Meditation und andere Körperübungen. Ziel ist es, die Schüler zu befähigen, ihren Körper und Geist zu koordinieren und eine stärkere Verbindung zwischen ihnen herzustellen.

Eurythmie ist zudem ein offizieller Studiengang an machen Hochschulen, welcher z.B. mit einem Bachelor of Arts (BA) abgeschlossen werden kann. Zudem gibt es einen Berufsverband (BVEU), welcher unter eurythmie.net besucht werden kann.

Wie viele Waldorfschulen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit 253 Waldorfschulen lt. dem Bund der freien Waldorfschulen. Die meisten davon sind öffentliche Schulen, aber es gibt auch eine Reihe von privaten Schulen. Laut dem Bund freier Waldorfschulen sehe die Zahlen (Stand Oktober 2022) folgendermaßen aus:

  • Schulen in Deutschland: 253
  • Schüler:innen in Deutschland: ca. 90.000
  • Schulen in Europa (ohne Deutschland): 559
  • Schulen außerhalb Europas: 379
  • Schulen weltweit: 1.187
  • Waldorfkindergärten weltweit: über 1.900

Die Anzahl der Waldorfschulen in Deutschland ist seit 2010 stetig gewachsen, wie Statista zeigt.

Was kosten Waldorfschulen?

Die Waldorfschulen sind bestrebt, kein Kind aufgrund der finanziellen Lage seiner Eltern vom Schulbesuch auszuschließen. Sie befürworten damit das im Grundgesetz festgelegte Verbot von Schulen nach Einkommensverhältnissen der Eltern. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind sie wie alle anderen Schulen auf staatliche Finanzhilfen angewiesen. Diese werden durch Schulgesetze und Verordnungen festgelegt, die in jedem Bundesland einzeln bestimmt werden.

Die zwei typischsten Modelle sind:

  • Ein fester Elternbeitrag, welcher auf Antrag hin ermäßigt werden kann
  • Ein vom Einkommen abhängiger Beitrag, welcher in jedem Einzelfall individuell vereinbart wird

Die durchschnittlichen Elternbeiträge und Spenden lagen im Jahr 2020 bei monatlich € 197,00 (Quelle: Abteilung für Bildungsdaten und -analysen im Bund der Freien Waldorfschulen) In der Regel sind die Kosten für eine öffentliche Waldorfschule ähnlich wie für eine öffentliche Schule. Es kann jedoch zusätzliche Kosten für Material, Musikunterricht und andere Aktivitäten geben. Privatschulen können teurer sein.

Welche Schulabschlüsse gibt es an Waldorfschulen?

An Waldorfschulen können Schüler den Hauptschulabschluss, den mittleren Schulabschluss und den Abiturabschluss machen – also alle Regelabschlüsse normaler Schulen. Abhängig vom jeweiligen Bundesland können die Schüler auch eine Berufsausbildung absolvieren oder ein Praktikum machen.

Abitur an Waldorfschulen

An Waldorfschulen ohne staatliche Anerkennung der Oberstufe werden die Abiturienten und Abiturientinnen extern geprüft. Das bedeutet, dass zusätzlich zu ihren Fachlehrkräften auch Lehrkräfte von staatlichen Schulen und Vertreter der Schulverwaltung bei den mündlichen Prüfungen dabei sind. Die schriftlichen Prüfungen werden neben den Fachlehrern und Fachlehrerinnen auch von Lehrkräften an Regelschulen korrigiert. An Waldorfschulen müssen Schülerinnen und Schüler für das Abitur vier schriftliche und vier mündliche Prüfungen ablegen, was mehr Prüfungen bedeutet als an staatlichen Schulen.

Schulabschluss an der Waldorfschule

In der Sekundarstufe II legen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Abitur auch den Waldorfabschluss ab, was in der zwölften Klasse geschieht. Der Waldorfabschluss ist nicht bundesweit einheitlich festgelegt, sondern variiert von Schule zu Schule. Im Wesentlichen besteht er aus einer Jahresarbeit, einer abschließenden Leistung in Eurythmie, Musik und bildender Kunst sowie einem Klassenspiel, das die Schülerinnen und Schüler selbst inszenieren und umsetzen. Danach findet noch eine Kunstreise statt.

Vergleich: Waldorfschule vs. staatliche Regelschule

Die Waldorfschule und die staatliche Regelschule unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten. Die Waldorfschule bietet ein ganzheitliches und individuelles Lernprogramm, das künstlerische Aktivitäten und philosophische Themen einschließt. Der Unterricht findet in einer rhythmisierten Umgebung statt, in der jeder Tag einem bestimmten Thema gewidmet ist.

Die staatliche Regelschule bietet ein mehr traditionelles Curriculum mit Schwerpunkt auf den klassischen Fächern wie Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften. Der Unterricht ist streng strukturiert und konzentriert sich auf die Prüfungsvorbereitung.

Welche alternativen Schulformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an alternativen Schulformen, die den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Schüler entsprechen. Dazu gehören:

• Freie Schulen: Freie Schulen sind staatlich anerkannte Schulen, die eine alternative Ausbildung anbieten und sich an einem bestimmten pädagogischen Konzept orientieren.

• Montessori-Schulen: Montessori-Schulen richten sich nach dem pädagogischen Konzept von Maria Montessori und bieten eine individuell angepasste Ausbildung.

• Privatschulen: Privatschulen sind nicht staatlich anerkannte Schulen, die von privaten Organisationen oder Einzelpersonen gegründet und betrieben werden.

• Waldorfschulen: Waldorfschulen folgen der anthroposophischen Pädagogik von Rudolf Steiner und bieten ein ganzheitliches Lernprogramm.

Jenaplan-Schule

Die Jenaplan-Schule ist ein Unterrichtsmodell, das in den 1920er Jahren von dem deutschen Pädagogen Friedrich Wilhelm Foerster entwickelt wurde. Es basiert auf der Idee, dass Kinder in einer offenen, selbstbestimmten und kooperativen Umgebung lernen sollen. In der Jenaplan-Schule gibt es einen Mix aus traditionellem Unterricht und projektorientiertem Lernen.

Daltonplan-Schule

Die Daltonplan-Schule ist ein pädagogisches Modell, das auf dem Prinzip des individuellen Lernens basiert. Es wurde von Helen Parkhurst und anderen Pädagogen im Jahr 1920 entwickelt und wird seitdem in verschiedenen Schulen verwendet. Der Daltonplan basiert auf einem konstruktivistischen Ansatz, bei dem die Schüler selbstständig lernen und ihren eigenen Lernweg erarbeiten. Der Plan hat sich darauf konzentriert, den Studenten die Freiheit zu geben, ihren eigenen Lernprozess zu bestimmen und während des Lernens Entscheidungen zu treffen.


Freinet-Schule

Die Freinet-Schule ist eine pädagogische Methode, die von dem französischen Reformpädagogen Célestin Freinet entwickelt wurde. Diese Methode befürwortet einen selbstgesteuerten, erlebnisorientierten und aktiven Ansatz des Lernens, bei dem die Schüler in den Vordergrund gerückt werden. Der Freinet-Ansatz, der auch als “aktiv-konstruiertes Lernen” bezeichnet wird, stellt den Schülern eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, wie sie ihre eigenen Lerninhalte erarbeiten können, wie z.B. durch Rollenspiele, Vorträge, Gruppenarbeit, Projektarbeit, freies Schreiben und vieles mehr.

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